Schriftgröße ändern
normale Schrift einschalten große Schrift einschalten sehr große Schrift einschalten

Politik: Dilek Kolat fordert „Pakt für die Pflege“

12.12.2017
Wie der Berliner Abendschau am Montag berichtete, will die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kolat einen "Pakt für die Pflege" schmieden. Hintergrund ist, dass man als Mitarbeiter in der Pflege in Berlin im Schnitt nur halb so viel wie etwa im Metallgewerbe verdient. Eine Studie hat dafür nun einen gewichtigen Grund ausgemacht.

 

Der Berliner Senat will einen Flächentarifvertrag in der Altenpflege einführen. Dazu hat die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) am Montag in Berlin Arbeitgeber, Arbeitnehmer und andere Akteure der Branche zu einem "Pakt für Pflege" aufgerufen. Die Behebung des Pflegenotstandes ist das Ziel.

 

Bereits im November hat es dazu mit allen Beteiligten ein Gespräch gegeben. „Auch die Arbeitgeber spürten mittlerweile die Missstände in der Branche“, so Kolat. Um den Angestellten der Branche eine bessere Verhandlungsposition zu verschaffen, soll eine unabhängige Stelle den ortsüblichen Durchschnittsverdienst ermitteln und veröffentlichen.

 

Eine bessere Entlohnung der Pflegekräfte und eine höhere Personalausstattung sei nötig, um den Pflegenotstand zu beheben. Im Durchschnitt 2.400 Euro brutto verdient in Berlin eine Fachkraft in der Altenpflege. Im Metallgewerbe hingegen verdienen die Beschäftigten fast doppelt so viel und liegt bei 4.300 Euro brutto. Fast zwei Drittel aller Pfleger arbeiten in Teilzeit und 85 Prozent aller Beschäftigten sind Frauen.

 

2030 brauchen 170.000 Menschen Pflege

 

Laut Kolat werden 2030 in Berlin rund 8.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt. In der Hauptstadt sind derzeit rund 116.500 Menschen pflegebedürftig. Den Angaben zufolge wird ihre Zahl bis 2030 auf etwa 170.000 ansteigen. Mehr als 8.000 zusätzliche Fachkräfte werden dann in Berlin benötigt. (AK)