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Geschichte der Stadt Seelow

Seelow ist eine der kleinsten Kreisstädte von Deutschland und kann seit 1863 auf eine lange Tradition als Kreisstadt zurückblicken. 2002 feierte Seelow ihr 750´ig jähriges Bestehen mit über 40.000 Gäste. Die Stadt liegt am Schnittpunkt von zwei ehemals bedeutenden Handelsstraßen auf der Hochebene am Oderbruch. Diese Lage an den Handelsstraßen prägte die Geschichte der Stadt Seelow.

 

1252 Das Dorf „Villa Zelou“ wird in einer Urkunde des Erzbischofs von Magdeburg als Besitz der Lebuser Stiftskirche, nachweisbar erwähnt. Der Ort tritt immer in enger Verbindung mit den Bischöfen von Lebus auf.

 

1278 Aus dem Dorf wird eine Stadt (opidum nostrum Selowe), woher der Name stammt, kann nicht eindeutig nachvollzogen werden. Deutungen sind: Selo-, Kirchdorf? (russisch) Selow, Grünstadt (wendisch).

 

1560 vor Letzter katholischer Pfarrer in Seelow Benedikt Koppin, der erst nicht ev. Pfarrer werden wollte, verließ freiwillig seine Pfarre und zog für 2 Jahre nach Fürstenwalde zu den Domherren und nahm sich dem Evangelium an und kam dann nach Seelow zurück, die aber mit dem jetzigen Pfarrer zufrieden waren und außerdem hat Koppin die Seelower Kirche geschadet, in dem er Grundstücke als Gärten, Wiesen und einige Ländereien verkaufte. Daraufhin ging er dann als ev. Pfarrer nach Neuendorf bei Fürstenwalde.

 

1618 –  Dreißigjähriger Krieg, wobei die Seelower Bevölkerung stark gelitten hat. Mehrmals 1646 ist die Stadt abgebrannt und war zeitweise völlig menschenleer. Vor dem Krieg gab es 27 Ackerbürger und 68 Mittelbürger.

 

1756 Wird die Kirche als ein irreguläres Gebäude erwähnt. Sie wird von Feld- und gebackenen Steinen nach gotischer Bauart aufgebaut und Marienkirche genannt. Das Wasser zum Brauen wird aus dem Füllspring geholt und es wird Hopfen auf der Seelower Hochebene angebaut. Seelow hat acht Straßen und Gassen.

 

1759 17.8. – Überfall der Stadt durch Kosaken. Prediger Zitelmann wurde mit dem Strick um den Hals bedroht, um seine ganzen Besitztümer herauszurücken. Dem Bürgermeister Treibel wurde die Pistole auf die Brust gesetzt und sein Geld erpresst. Der Kirche wurde die Kasse beraubt und auch die Armenkasse mit insgesamt ca. 400 Thaler. Der Verlust der Kasse des Predigers belief sich auf ca. 2000 Thaler. Desweiteren wurde Brot und Fütterung von der Bevölkerung geraubt.

 

1788 8.2. – Brannten 72 Häuser und ebenso viel Scheunen/Ställe ab, darunter auch das Pfarrhaus welches massiv in einem Stock neu aufgebaut wurde. 22.3. und 29.3. – Verteilung von Hilfsgütern, die der Stadt auf Grund des Brandes zugesandt wurden. Der Brand begann nachmittags ¼ auf 4 Uhr am Cüstriner Tor in einer baufälligen Scheune.

 

1820 Am 2. Weihnachtsfeiertag nach der Predigt stürzte die Südseite des Kirchturms ein.

 

1832 16.12. – Die Stadtpfarrkirche wurde an Stelle der alten, mittelalterlichen Kirche errichtet und eingeweiht; sie ist ein langgestreckter, verputzter Backsteinbau.

 

1837 wurde der Kirchturm fertig gestellt und die Kirchturmuhr und Orgel vom Uhrmacher Balzer aus Frankfurt/Oder hergestellt.

 

1847  Erbauung eines neuen Rathauses, eines neuen Gerichtshauses und einer Sparkasse. Beginn mit dem Bau einer Friedhofsmauer, wobei viele Bürger auf eigene Kosten eine Mauer bauen und damit ein Erbbegräbnis erhielten. Damit entstehen 90 Erbbegräbnisplätze und 360 Meter Mauer. Das Portal mit vier eisernen Kreuzen und der Bau eines Brunnen auf dem Friedhof entstehen.

 

1863 Das Landratsamt wurde nach Seelow verlegt, die Stadt hat zirka 3450 Einwohner, vier Windmühlen, eine Ziegelei, ein Chausseehaus.

 

1866  Kauf des alten Küsterhauses vom damaligen Besitzer Ackerbürger Michael Weinberg, von der jüdischen Gemeinde und Umbau zur Synagoge, das alte Küsterhaus besteht wie das Recktorhaus.

 

1877 15.5. – Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Frankfurt nach Wriezen. Ein Tag später fährt der erste Güterzug aus Frankfurt durch Seelow und ein Monat später wird der Personenverkehr auf dieser Eisenbahnstrecke eröffnet.

 

1881 Der Vaterländische Frauenverein des Kreises verkauft ihr kleines Krankenhaus und erwirbt ein größeres Haus (das heutiges Krankenhausareal). In Folge der Jahre erfolgen Erweiterungen des Gebietes auf 2 Hektar.

 

1895 Fertigstellung des Schützenhauses.

 

1905 1.12. – Eröffnung der Landwirtschaftlichen Winterschule in Seelow. Die Schule soll namentlich den jüngeren Landwirten in zwei Winterhalbjahren die Gelegenheit bieten, weil die ländlichen Besitzer die Arbeitskraft ihrer Söhne während der Sommerhalbjahreszeit meist nicht entbehren können.

 

1909 13.8. – Werner Otto wird in Seelow, in der Frankfurter Straße geboren. Er gründete 1949 den Otto-Versand. Mit großzügigen Spenden half er die kriegsbeschädigte Kirche wieder aufzubauen und zu rekonstruieren. Prof. Dr. Werner Otto starb 2011 in Berlin.

 

1933 30.1. – Reichspräsident von Hindenburg beruft Adolf Hitler zum Reichskanzler. Auf dem Marktplatz spielt die Stadtkapelle, die Seelower SA hat Aufstellung genommen. Auf Veranlassung des Kreisleiters, war von der SA die Hackenkreuzfahne, zum ersten Mal,
auf dem Kreishaus gehisst worden. 
8.3. – Das erfolgte ohne Zusage des Landrates. Der Landrat Dr. Hildebrand sprach sich dagegen aus und ließ die Hackenkreuzfahne wieder entfernen, was zu seiner Entlassung führte. 6 Wochen später nahm er sich das Leben.

 

1939  Eingemeindung von Zernickow in die Stadt Seelow.

 

1945 16.4. – Begann der Angriff auf die Seelower Höhen. Der Kampf dauerte 3 Tage bis zum 18.4.1945, Seelow konnte nicht frontal erobert werden, ist vom Norden und Süden eingenommen worden.

 

1951 Wiederaufbau der Stadt: die ersten neuen fünf Wohnblöcke hinter dem Landratsamt werden verputzt. Am 2. Bauabschnitt der neuen Kreisverwaltung wird gearbeitet. Die neue Feuerwehr in der Breiten Straße wird errichtet und der Feuerwehrturm ist 1951/52 fertiggestellt worden. Grundsteinlegung für die neue Berufsschule, heute das Oberstufenzentrum.

 

1952 Erweiterung des neuen Kindergartens in der Robert-Koch-Straße.

Einweihung des wieder aufgebauten Westteiles der Kirche.

 

1964 1.3. – Grundsteinlegung für den Neubau der Schule mit 18 Klassen. 22.10. – Vorschlag für den Namen: „Bertolt Brecht“ Schule.

 

1968 13.12. – Kegelhalle eröffnet. TSG Mitglieder erwirtschaften in Eigenleistung 90.000 M. Gesamtkosten 190.000 M (Inbetriebnahme am 1.12.1968).

 

 

1972 28.12. – Eröffnung der neugestalteten „Gedenkstätte und Museum Seelower Höhen“

 

1977  Februar – Für 217 Familien werden die Wohnungsverhältnisse verbessern, 36 Wohnungen modernisiert, 3 Wohnungen durch Um- und Ausbau neu gewonnen, fünf Bauzeitwohnungen ausgebaut. Straßenzug in der Erich-Weinert-Straße erhält neuen Außenputz. Dafür stehen 1.215.200 Mark zur Verfügung. 48 Wohnungen werden Am Rathaus fertiggestellt, weitere 40 Wohnungen sollen begonnen werden, 14 Wohnungen als AWG-Block sollen in der Erich-Weinert-Straße fertiggestellt werden, 11 Eigenheime fertiggestellt und 28 neu begonnen werden. Fortsetzung der Errichtung eines Busbahnhofes. Besondere Fürsorge gilt den 47 kinderreichen Familien und den 8 Alleinstehenden Bürgern mit drei Kindern. Fertigstellung eines Veteranentreffs in der ehemaligen Clara-Zetkin Straße. Für das Gesundheits- und Sozialwesen sind fast 500.000 Mark vorgesehen. Dazu gehören die drei Krippen.

 

1986 1.9. – Eröffnung der Schule für behinderte Schüler (Hilfsschule) „Peter-Göring-Schule“. Die Schule wurde von Golzow nach Seelow verlegt, heute die „Kleeblattschule“.

 

1997 5.8. – Grundsteinlegung des Neubaus des Oberstufenzentrums (Erweiterung der einstigen Kommunalen Berufsschule). Kosten 19,7 Mill. DM. Bis Februar 2000 Bau des Oberstufenzentrums Seelow mit großer Sporthalle.

 

1998 19.4. – Einweihung des neuen Kirchturmes im Beisein vom Brandenburger Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und Prof. Dr. Werner Otto, der Ehrenbürger der Stadt wird. 28 Firmen aus der Region waren am Aufbau beteiligt. 90 Mitglieder zählt der Kirchenförderverein u.a. Regine Hildebrandt, ehemalige Ministerin des Landes Brandenburg.

 

1999  nach 18 Monaten Bauzeit wird die neue Begegnungsstätte des CVJM im Kirchvierteleröffnet, für 1,5 Mill. DM, bei der Einweihung auch Ministerpräsident Manfred Stolpe.

 

2000 Übergabe des für 19 Mill. DM sanierte Oberstufenzentrum Seelow, mit Minister Steffen Reiche; 1.600 Schüler lernen am OSZ Fertigstellung der Sanierung des Rathauses mit hinterem Anbau SEWOBA GmbH zieht in neuen Firmensitz in die Küstriner Straße 46;

 

2001 Wohnpark Rotkäppchen“ mit 48 Wohnungen in der Bertold Brecht Straße 1 a-fvon der SEWOBA fertiggestellt Lebenshilfe Märkisch – Oderland zieht in Ihr neues Haus, neben dem Gymnasium Mehrheit der Stadtverordneten stimmten für das „alte“ und „neue „ Wappen mit Bischofmütze, Bootshacken und der Farbe Blau

 

2002 bis 30. Juni 2002, 750 Jahrfeier der Stadt Seelow mit ca. 40.000 Gästen

neues Gebäude des THW im Gewerbegebiet eingeweiht.

 

2003 Übergabe Kunstrasenplatz des alten Sportplatzes in der Robert – Koch – Straße

Gemeinden Werbig, Langsow werden nach Seelow eingemeindet die ehemaligen Soldaten die 1945 in Seelow gekämpft haben, haben zu ehren der gefallenen Kameraden einen Gedenkstein auf dem Friedhof setzen lassen.

 

2004 mit Werbig, Alt – und Neu – Langsow hat Seelow 6018 Einwohner das neue Bettenhaus im KKH ist mit drei Stationen ist eröffnet worden 3. und letzter Bauabschnitt am Kreishaus ist fertig hergestellt, mit der alten rekonstruierten Sparkasse

2005 Ortsumgehung B1 mit 11,4 km übergeben

 

2006 3.11. – Übergabe des sanierten Oderbruchstadions mit 4 x 400 Meter Bahn in rotem Kunststoffbelag, 5000 qm Kunststoff wurde verlegt. Kosten der Sanierung 540.000,00 Euro, gefördert aus dem Programm „goldener Plan Ost“.

Sanierungsgebiet Kirchviertel wird im Jahr 2007/2008 abgeschlossen, als ein der letzten

Gebäude wird das 4 Familienhaus am Markt saniert, im Jahr sind im Vergleich der letzten Jahre nur 97.500,00 Euro als Investitionen der Stadt in die Sanierung geflossen.

 

2007 16.4. – Kameradschaft der ehemaligen 76er deutscher Soldaten, die 1945 in und um Seelow gekämpft haben, gründeten die Stiftung „76er Seelow-Oderbruchstiftung“ und schlossen einen Treuhandvertrag mit der MOL Sparkassen-Stiftung im Wert von 60.000 Euro ab. Der Überschuss steht für die Jugendsozialarbeit in Seelow und Umgebung zur Verfügung. Neue Aula und Cafeteria des Gymnasium mit einem großen Schulfest eingeweiht, Kosten: 538 TE vom Kreis und 470 TE Fördermittel vom Bund. Neubau des Nierenzentrums im KKH eröffnet neue Werkstätten von Format-Werkstätten eingeweiht; 92 Frauen und Männer mit Behinderungen werden von 7 Mitarbeitern betreut, Beschluss der Stadtverordnetenversammlung im Dezember zum Kita-Bauprogramm.

 

2008 Beginn der Kita-Neubauten in Seelow – Alle Kindergärten in Seelow werden von freien Trägern betrieben. AWO, DRK, evangelische Einrichtung, und die „Frechdachse“, Verein durch Elterninitiative.

Sanierungsgebiet Kirchviertel im Jahr 2007/2008 abgeschlossen

 

2009 Hort-Neubau – Der Hort der Stadt Seelow hat sein eigenes Gebäude erhalten. Ein Spielplatz ermöglicht allen Kindern eine tolle Freizeitgestaltung. 

Übergabe Oderbruchstadion nach dreimonatiger Bauzeit an der Tribüne mit 1.250 neuen roten Sitzplätzen und einer Flutlichtanlage neue Kita Max und Moritz eröffnet

 

2010 Einweihung des Gebäudes der Kindervereinigung Seelow e.V. – Unter dem Motto „Mittendrin“ haben die Stadtverordneten der Stadt Seelow den Beschluss gefasst, dass die „Kindervereinigung Seelow e.V.“ direkt im Stadtzentrum ein eigenes Gebäude zur Nutzung erhält. Das Freizeitzentrum FRIZZ - wurde im Mai festlich eingeweiht. Einweihung der neuen Orgel in der Kirche.

 

2011 Eröffnung eines Mehrgenerations-Bewegungsraums nahe des Wohngebietes Bertolt-Brecht-Straße, Slubicer Straße, Erich-Weinert-Straße. Beginn der interkommunalen Zusammenarbeit mit den Ämtern Golzow, Neuhardenberg, Seelow-Land und Lebus, der Gemeinde Letschin und der Stadt Seelow. Unterzeichnung der Kooperationserklärung im September. Modellregion im bundesweiten Aktionsprogramm der Regionalen Daseinsvorsorge. Eröffnung des neuen generationsübergreifenden Bewegungsspielplatz im Seelower Neubaugebiet Slubicer-/Weinert Straße,

Weiterführung der Kita-Neubauten in Seelow April – Eröffnung DRK-Kita „Märchenland“.

 

2012 Erschließung und Inbetriebnahme des Ortsteils Werbig mit schnellem Internet (DSL). 17. August – Eröffnung ev. Kita „Arche Noah“ – In kürzester Zeit wurden drei Kita-Einrichtungen neu gebaut. AWO Soziale Dienste Märkisch-Oderland GmbH eröffnete ihre 3. Tagesstätte mit dem „Storchennest“ auf dem Gelände des KKH Energetische Sanierung der Oberschule Seelow für 1,6 Millionen Euro – Sicherung des Schulstandortes Seelow neues Haus des Diakonisches Werk in der Thälmann Straße eröffnet Kaufhalle in der Straße der Jugend wurde nach umfangreicher Sanierung Wiedereröffnet von Bernd Hübner Ausbau und grundhafte Sanierung Frankfurter Straße und der Straße am Kulturhaus.

 

2013 Sanierung der Bahnhofsstraße und des Schul- und Bethauses im OT Werbig

Sanierung des Areals „Schweizerhaus“ Seelow Feierlichkeit zu 150 Jahre Kreisstadt Seelow und 20 Jahre Landkreis MOL der Gedenkstein „Friedrich II.“ wurde nach Sanierung wieder eingeweiht in Werbig das alte SEE Autokennzeichen kann wieder genommen werden 2014 Sanierung der Frankfurter-Straße bis zur Breiten Straße mit begrüntem Mittelstreifen.  Diskussion um die zukünftige Gestaltung des Kaufhauses.

 

2015 Gedenkveranstaltung zum 70.Jahrestag der Befreiung vom Faschismus

Seelow erhält Kreisel an Kreuzung Frankfurter-/Ernst-Thälmann zur Berliner-/Küstriner Straße Stadt übernimmt Aufgaben für umliegende Amtsgemeinden  (Standesamt, Melde-Passbehörde).

 

2016 Familienunternehmen Sprockhoff feiert 80 jähriges Firmenjubiläum Seelower Wohnungsbaugesellschaft errichtet in der Frankfurter Straße 3 neue Wohnblocks mit

barrierefreien Wohnungen Seelower Heimatverein erhält über 800 Euro Fördermittel zur Rekonstruktion des historischen  Schweizerhauses.

 

 

Weitere Ausführungen zur Stadtgeschichte finden Sie unter ww.stadtchronik-seelow.de.